
"Ausbildung statt
Abschiebung"
Förderunterricht für jungen MigrantInnen
im Raum Bonn und Rhein - Sieg - Kreis

Einleitung:
Im Rahmen dieses Projektes möchte der Verein "Ausbildung statt Abschiebung"
jungen MigrantInnen mit einem ungesicherten Aufenthaltsstatus im Alter von 14
bis 25 Jahren durch Förderunterricht im Raum Bonn und Rhein - Sieg - Kreis
unterstützen. Dabei sollen die SchülerInnen und Auszubildenden aller Schulformen
und Ausbildungsberufe kontinuierlich außerschulischen und auf ihre persönlichen
Defizite abgestimmten individuellen Unterricht erhalten, um so ihre
Schulleistungen zu verbessern und einen Abschluss zu erlangen. Zusätzlich zur
Nachhilfe soll eine gezielte Sprachförderung in Kleingruppen im Rahmen eines
Konversationskurses, stattfinden. Eine Schreibwerkstatt soll den SchülerInnen
die Möglichkeit eröffnen ihre schriftlichen Fertigkeiten zu erweitern und zu
festigen. Das Angebot umfasst wöchentlich 35 Stunden und soll 15 bis 20
Jugendliche erreichen.
Darüber hinaus wird dieses Projekt von AsA e.V. durch die Angebote der Projekte
"Ran an die Bewerbung" - Bewerbungshilfe für junge Flüchtlinge und MigrantInnen
und "Berufliche Qualifizierung" - Hilfe zur beruflichen Qualifizierung für junge
Flüchtlinge, ergänzt.
| Beim HDZ beantragte Summe | 8.690 € |
| Eigenanteil *) | 2.000 € |
| Kofinanzierungsanteil (Terre des Hommes) |
2.600 € |
| Gesamtprojektsumme | 13.290 € |
*) Die Eigenleistung des Vereins beinhaltet zusätzlich zu den 2.000,--€ Kofianzierung die Bereitstellung von 10 ehrenamtlichen LehrerInnen und PädagogInnen, die in den entsprechenden Fachbereichen geschult sind.
Projekthintergrund:
Der Verein Ausbildung statt Abschiebung AsA e.V. richtet sich an junge
Flüchtlinge und MigrantInnen im Alter von 14 - 27 Jahren in der Region Bonn und
dem Rhein-Sieg-Kreis. Die meisten dieser Jugendlichen haben einen unsicheren
Aufenthaltsstatus und werden über Jahre hinweg nur geduldet. Aufgrund ihres
Aufenthaltes haben diese Jugendlichen nicht Zugang zu den
Förderungsmöglichkeiten, wie sie deutsche Jugendliche oder andere MigranteInnen
erhalten. Vielen von diesen Jugendlichen fehlt eine langfristige
Lebensperspektive.
Durch die Arbeit sollen Zukunftsperspektiven der betreuten Jugendlichen konkret
verbessert werden. Sollten die Jugendlichen in Deutschland bleiben können,
eröffnet ein Schulabschluss die Möglichkeit, einen Beruf zu erlernen. Falls eine
Rückkehr ins Heimatland unumgänglich ist, ist Bildung der sicherste Schutz vor
Ausbeutung und Verarmung.
AsA ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Im Rahmen der Arbeit findet
eine enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Bonn, den Schulen der Stadt Bonn, mit
der Jugendberufshilfe, anderen Flüchtlingsberatungsstellen und
Jugendhilfeeinrichtungen statt. Darüber hinaus ist AsA im Netzwerk Migranet in
Bonn eingebunden.
Einer der Schwerpunkte der Arbeit von AsA liegt in der Unterstützung in Schule
und Beruf durch einen individuellen Förderunterricht, in der Begleitung und
Förderung der Jugendlichen im Übergang von Schule in den Beruf sowie während der
Berufsausbildung.
Trotz der gegenwärtig schwierigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt sowie der
einschränkenden rechtlichen Rahmenbedingungen (Notwendigkeit einer
Arbeitsgenehmigung) hält der Verein eine Ausbildung im Rahmen des dualen
Ausbildungssystems derzeit für die einzige Möglichkeit, wie Jugendliche mit
unsicherem Aufenthaltsstatus einen Berufsabschluss erlangen und damit unabhängig
von sozialen Leistungen leben zu können. Nur durch einen guten Schulabschluss
und die Vermittlung in eine Ausbildung kann verhindert werden, dass die
Jugendlichen über Jahre hinweg ohne eine Beschäftigung bleiben und von sozialen
Leistungen leben müssen. Ohne eine solche Perspektive besteht die Befürchtung,
dass die Jugendlichen an ihrer ausweglosen Situation zerbrechen oder in ein
kriminelles Milieu abrutschen.
Um aber auf dem Ausbildungsmarkt Fuß fassen zu können, bedarf es einen guten
Schulabschluss. Da junge Flüchtlinge hauptsächlich als Quereinsteiger in das
deutsche Schulsystem erlangen, brauchen sie länger als andere SchülerInnen, um
sich in den
Unterricht einzufinden. Der Mangel an Deutschkenntnisse erschwert ihre
schulische Laufbahn. Zudem haben viele von ihnen aufgrund der politischen und
sozialen Lage im Herkunftsland oder ihrer Fluchtgeschichte seit längerem keine
Schule besucht, so dass sie sich an die Schulstrukturen aber auch den
Lerninhalten neu gewöhnen müssen.
An diesem Punkt setzt dieses Projekt an. Durch die regelmäßige außerschulische
Förderung in den einzelnen Unterrichtsfächern sowie eine gezielte
Sprachförderung in Deutsch im mündlichen wie schriftlichen Bereich, sollen die
schulischen Anforderungen bewältigt sowie Schulabbrüchen vorgebeugt werden. Der
Lernerfolg richtet sich nicht nur nach den erlangten Schulnoten sondern auch
anhand sprachlicher Erfolgserlebnisse im Alltag.
Zielgruppe :
Nach Angaben des Jugendamtes Bonn leben in der Bundesstadt zwischen 100 bis 150
unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Alter von 14-27 Jahren, davon werden
zwischen 50 und 70 Jugendliche nicht mehr im Rahmen der Jugendhilfe betreut.
Die meisten jungen Flüchtlinge, insbesondere Jugendliche, die unbegleitet
minderjährig nach Deutschland gekommen sind, werden in diesem Land über Jahre
nur geduldet.
Aufgrund dieses Duldungsstatus und fehlender spezifischer Unterstützungsangebote
bekommen die Jugendlichen nicht die Förderung, die sie in ihrer spezifischen
Lebenssituation benötigen würden bzw. die deutsche Jugendliche oder junge
Migranten erhalten. Bestehende schulische und sprachliche Defizite, die sich auf
die Lage im Herkunftsland sowie auf die Flucht nach Deutschland zurückführen
lassen, erschweren die schulische Entwicklung wie auch das persönliche Einleben
dieser Jugendlichen in Deutschland. Der Verein möchte ca. 20 dieser Jugendlichen
die Möglichkeit bieten, durch einen individuellen Förderunterricht
Zugangsbarrieren zum deutschen Schulsystem und Arbeitsmarkt zu brechen. Dabei
soll die Unterstützung in Form der Hilfe zur Selbsthilfe erfolgen, um so die
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von sozialen Hilfesystemen der jungen
Flüchtlinge zu fördern.
Zielsetzung:
Allgemeine Zielsetzung
Neben der konkreten Unterstützung von jungen Flüchtlingen, hat das Projekt aber
auch eine arbeitsmarktpolitische Perspektive. Durch die verschiedenen Maßnahmen
werden individuelle berufliche Ressourcen der Jugendlichen gefördert. Diese
Potentiale können in den kommenden Jahren nachhaltig in den Wirtschaftskreislauf
eingebunden werden, insbesondere in Berufsbereichen, in denen es zu personellen
Engpässe kommen wird, wie beispielsweise in der Kranken und Altenpflege oder der
Metallindustrie.
Falls die Jugendlichen jedoch in ihre Herkunftsländer zurückkehren wollen,
lassen sich die erworbenen beruflichen Kompetenzen zum wirtschaftlichen Aufbau
in den jeweiligen Herkunftsländern nutzen. Die jungen Erwachsenen würden dazu
beitragen, die regionalen Infrastrukturen zu stärken. Darüber hinaus könnten sie
eine Brückenfunktion übernehmen, insbesondere für Firmen und Organisationen aus
Deutschland, die in diesen Ländern tätig werden wollen. Die Jugendlichen haben
dann eine eigene berufliche Perspektive und sind in ihrem Herkunftsland nicht
abhängig von sozialen Leistungen. Das Projekt hat somit auch eine
entwicklungspolitische Perspektive.
Konkrete Zielsetzung
Ziel des Projektes ist es, individuelle auf die schulischen Defizite der
Jugendlichen einzugehen, die sich insbesondere durch den Quereinstieg ins
deutsche Schulsystem ergeben haben. Im Verlauf der Nachhilfe, sollen
Lernschwierigkeiten erkannt und abgebaut werden sowie persönliche Ressourcen
konkret gefördert werden. Dabei soll vor allem die Erweiterung der deutschen
Sprachkompetenz eine zentrale Rolle einnehmen. Durch die Verbesserung der
Deutschkenntnisse verbessern sich erfahrungsgemäß die schulischen Leistungen, so
dass das Streben nach einem Schulabschluss erleichtert wird und somit auch die
Chancen für eine mögliche berufliche Ausbildung steigen.
Das Bestreben des Vereins ist einen kontinuierliche Förderungsprozess zu
schaffen, beginnend beim Förderunterricht als Begleitung während der Schulzeit,
über die Bewerbungsunterstützung, bis hin zur Betreuung während der Ausbildung.
Nur so ist eine nachhaltige positive Entwicklung der Jugendlichen und jungen
Erwachsenen im Verlauf der Unterstützung zu gewährleisten.