Zahnstation Cotonou - Benin
Westafrika

"Da die
reparaturanfällige Zahnstation aus den 60er Jahren im Centre de Santé BETHESDA
ihre Anforderungen nicht mehr erfüllen konnte, hat das Hilfswerk Deutscher
Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (C.H.Bartels Fund), Göttingen, kurz: HDZ,
dem Hilfe suchenden Krankenhausdirektor, Dr. Dossou Bodjrenou J.Bathélemy, eine
limitierte Genehmigung erteilt, in West-Afrika eine Dentaleinheit zu erwerben,
diese installieren zu lassen und die gesamten Kosten dafür zu übernehmen.
Am 08.Januar 2008 konnte der Antragsteller und Beauftragter des HDZ, Konsul
Dr.E.Stegenwallner, diese Zahnstation in einer kleinen Feierstunde ihrer
Bestimmung übergeben.
Das in Contonou in der Republik BENIN gelegene Zentrum ist ein konfessionelles Krankenhaus mit 120 Betten und 160 Mitarbeitern, das in jedem Jahr von über 100.000 Patienten aufgesucht wird. Es wurde im Jahr 1990 von den protestantischen Kirchen in BENIN gegründet und umfasst die Abteilungen der Grundversorgung in der Allgemeinmedizin incl. Sozialversorgung, Chirurgie, Gynäkologie, Pädiatrie, Kardiologie Radiologie bis hin zur Zahnmedizin, incl. Prothetik. Die zahnmedizinische Abteilung ist mit einem Zahnarzt, 4 Assistenten und zwei Zahntechnikern besetzt. Sie versorgen ca. 6000 Zahnpatienten im Jahr.
Die neue Behandlungseinheit wurde im Oktober 2007 in Nigeria erworben und in einem Einzelzimmer des Hauses installiert. Dies ist insofern eine Besonderheit, weil bisher 4 betagte Behandlungsstühle nebeneinander in einem Raum standen. Eine weitere Besonderheit seit Bestehen des Hauses ist, dass das Krankenhaus einen gänzlich neuen und nicht bereits gebrauchten Gegenstand erhalten hat. Dementsprechend groß war die Freude bei allen Mitarbeitern - nicht nur bei denen in der Dentalabteilung-, denn der Neuzugang hatte sich schnell im Hause herumgesprochen und für fröhliche Stimmung gesorgt. Dies ist verständlich wenn man bedenkt, dass das Krankenhaus bei seiner Gründung 1990 bereits mit gespendeten und damit ausrangierten Einrichtungsgegenständen ausgestattet worden war. (Das Ausstattungsniveau entspricht etwa dem Stand der 60er Jahre!) Trotz der dürftigen und veralteten Geräte hat das Krankenhaus einen hervorragenden fachlichen Ruf. Neben der guten ärztlichen Versorgung ist der betont liebevolle, christlich geprägte Umgangston untereinander und zu den Patienten auffällig.
Das seit über 20
Jahren bestehende Hilfswerk hat mit dieser Investition wieder einmal soziale
Verantwortung bewiesen und damit, wo Not und Bedürftigkeit herrschen, eine
gezielte Hilfe zur Selbsthilfe geleistet.
Es hat mich persönlich mit großer Freude und Dankbarkeit erfüllt, bei der
Realisierung dieses Projektes behilflich gewesen zu sein. Mein besonderer Dank
gilt dem Vorsteher der Stiftung, Herrn Dr.Klaus Winter, der mir diese schnelle,
unbürokratische Hilfe zugesagt hatte.
Dr. Eckhard Stegenwallner, Honorarkonsul von Benin,
im Januar 2008"
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Im Frühjahr 2010 erreichte uns von Dr. Eckard Stegenwallner GCLJ GCMLJ folgender Bericht:
Das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte im Busch
von West-Afrika
Durch die Unterstützung des HDZ konnte in Idi Otche /Republik BENIN ein
Frischwasserbrunnen gebaut werden.
Das Dorf Idi Otche liegt im Osten der Republik BENIN, zwei Kilometer vor der
Nigerianischen Grenze und hat ca.800 Einwohner. Um in das Dorf zu gelangen,
muss die nach Norden führende asphaltierte Straße verlassen werden. Auf
einem durchfurchten und mit unzähligen Löchern versehenen, etwas breiteren
Buschpfad gelang es unserem Jeep, das Dorf am 8.Mai 2010 zu erreichen. Die
überwiegend weibliche Bevölkerung begrüßte uns mit Tanz und viel Lärm,
verursacht durch Blechnäpfe, alte Posaunen und Trompeten.
Wie mir der die Arbeiten beaufsichtigte Pfarrer, Pastor Henry Videgnon,
sagte, war dieser freundliche Empfang keineswegs selbstverständlich; denn
als er mit dem Dorfältesten das Brunnenprojekt besprach, stieß er auf
erhebliche Bedenken, ob das Angebot eines Brunnenbaues wirklich ehrlich
gemeint war. Diese Skepsis der Bevölkerung hat ihre Ursache darin, dass
schon etliche Politiker - insbesondere vor einer Wahl- im Dorf waren und
Vieles versprochen hatten und kein Versprechen wurde eingehalten.
Doch schnell sprach sich herum, dass die Hilfe diesmal ernst gemeint sei und
man gründete ein Brunnenkomitee, unter dessen Leitung die Dorfbewohner
anfingen, den Brunnenschacht zu graben. Lediglich die Zementringe mussten
gekauft werden und die Schachtarbeiten wurden von den Bewohnern ausgeführt,
die dann in 20 Meter Tiefe auf Wasser stießen.. Ebenfalls wurde aus den
Mitteln des HDZ ein Dieselmotor erworben, der die Pumpe antreibt und somit
das Wasser fördert. Motor und Kraftstoff stehen in einem gesondert
errichteten Haus, an dem der Berichterstatter das Sponsorschild des HDZ
anbrachte.
Sowohl der Dorfpfarrer wie auch Pastor Videgnon segneten Motor und Brunnen
und der Unterzeichner wies in einer kurzen Rede auf das Sponsoring des HDZ
hin und unterstrich, dass unser HERR GOTT das HDZ durch ihn, den
Unterzeichner, in dies Dorf geführt habe und die Bewohner ab sofort allein
verantwortlich für die Funktionalität des Brunnens seien.
Mit einem überraschenden Tropenregen bei 35°C oder etwas mehr haben wir das
Dorf wieder verlassen in der Gewissheit, den Armen und Vergessenen geholfen
zu haben.
i.A. des HDZ Dr. Eckard Stegenwallner GCLJ GCMLJ Chevalier de l`Ordre Nat.
du BENIN