Projekte in Brasilien
 

Seit Anfang 2002 engagieren wir uns wiederum - zunächst mit einem Betrag von 30.678 EURO - für zwei Projekten in Brasilien im Staat Rio Grande do Sul (RS). Dieses Gebiet liegt im Südzipfel eines Staates, welcher knapp die Hälfte der Größe des Südamerikanischen Kontinents einnimmt
Es handelt sich dabei um zwei Kinderzentren, die dringend einer Erweiterung / Renovation bedürfen. Bei beiden Hilfsmaßnahmen existiert vor Ort keine finanzielle Basis, um aus eigener Kraft mit irgendeiner Baumaßnahme zu beginnen.

Durch Anklicken der nachfolgenden Textzeilen möchten wir Ihnen die beiden Projekte näher vorstellen:

1.) Erweiterungsbau des Kinderzentrums "Talitha Kum" in Sao Leopoldo

2.) Erweiterungsbau der Gemeinschaftsküche im Indianerdorf der Kaingang in Irai

3.) Projekt "Immer Wachsen" Santa Cruz do Sul - RS (Bericht aus 2010, DOC, 9MB)

4.) Schwester M. Aurelia vom "Resonanzprojekt Straßenkinder e. V. Bonn" schickte uns 2008 einen Weihnachtsrundbrief, welcher eine gute Übersicht über all die von uns unterstützen Projekte gibt.
Mehr durch Anklicken dieses Textes.

5.) Schwester M. Aurelia vom "Resonanzprojekt Straßenkinder e. V. Bonn" schrieb uns in 2005 (mit Bildern, am Ende des Berichts):

"Sehr geehrter Herr Dr. Winter,

es ist mir ein großes Bedürfnis, Ihnen von meinen Erfahrungen in unseren Projekten in Brasilien einiges mitzuteilen. Es war für mich sehr wichtig, auch besonders die von Ihnen geförderten Kinderzentren in ihren verschiedenen Aktivitäten kennen zu lernen.

Die ersten zwei Wochen im Mt. Mai waren wir nur unterwegs. Jetzt merke ich so richtig, welch' intensive Eindrücke in mir haften geblieben sind. Ich bin dankbar dafür, daß ich die einzelnen Kinderzentren besuchen und erleben durfte. Ich denke mit Freude und Dankbarkeit an wunderschöne Begegnungen mit "unseren" Kindern und Jugendlichen zurück. Immer wieder tauchte in mir die Frage auf: "was wäre aus ihnen allen ohne unsere Hilfe und Unterstützung geworden?" Mir kamen oft die Tränen, wenn ich die kleinen Knirpse zum täglichen Mittagstisch anmaschieren sah. Bei den ganz Kleinen kamen die Mütter mit, die sie dann gefüttert haben. Aber wie schlimm muß es für eine Mutter und einen Vater sein, wenn sie sich sagen müssen, dass sie ihre eigenen Kinder ohne fremde Hilfe nicht ernähren können? Die persönliche Würde des Einzelnen zu achten, steht an erster Stelle bei der Arbeit in unseren Zentren und so haben auch Eltern und sonstige Angehörige der Kinder immer Gelegenheit, zu gemeinsamen Treffen zu kommen, wo ihre Sorgen und Nöte ernst genommen werden. Viele Besuche bei ihnen in den Favelas folgen und so kann immer wieder Trost oder Abhilfe geschaffen werden. Ich selbst habe an jedem Ort die Hütten und Baracken der einzelnen Familien besucht. Ich kann es nicht fassen, daß Menschen selbst noch im 21. Jahrhundert so leben müssen. Es fehlen in den allermeisten Fällen die einfachsten Dinge fürs Leben. Wie soll eine Familie leben, ja existieren können, wenn Arbeitslosigkeit und Ausgrenzung wie "Schreckgespenster" den Alltag bestimmen? Ja, ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass unsere Kinderzentren wichtig sind, dass diese, wie mir viele Mütter und Väter der Kinder sagten, große Hoffnungsträger für sie sind, weil sie daran glauben, dass dadurch für das Leben ihrer Kinder Vertrauen in eine bessere Zukunft haben.

Was für mich während meines Brasilienaufenthaltes wichtig war und was ich sehr ernsthaft überprüfen konnte ist die Tatsache, daß überall an der Basis gut und optimal mit den geringsten Mitteln gearbeitet wird. Die Kinder und Jugendlichen kommen alle aus den Elendsvierteln, wo am heimischen Tisch der Hunger vorherrscht. Es ist wirklich so, daß sie in "unseren" Häusern ein wertvolles Sozialverhalten erlernen und mit Würde ganzheitlich betreut werden. Erfreulich ist auch die Tatsache, daß sich vor Ort immer wieder freiwillige Helferinnen u. Helfer zur Verfügung stellen, so daß vor allem das Gefühl der Mitverantwortung wach bleibt. Es fehlt noch an vielen Dingen. Die bescheidenen Werkstätten, wo unsere Jugendliche fürs eigene Leben vorbereitet werden, müssen optimaler arbeiten können.

Ich sehe die kleinen Schritte, die wir nach vorne tun können, müssen und sollen. Wir haben in jedem Zentrum eine Liste mit notwendigsten Investitionen erarbeitet, die mir bald zugeschickt wird. So können wir in Absprache mit den Verantwortlichen in Santa Cruz do Sul überlegen, welche Prioritäten hier zu setzen sind, besonders in Bezug auf Ausbildungsmöglichkeiten für heranwachsende Jugendliche.

Durch die finanzielle Förderung des Hilfsfonds der Deutschen Zahnärzte habe ich die positiven Auswirkungen dieser großartigen Unterstützung in folgenden Einrichtungen festgestellt:

1. im Kinderzentrum "Talitha Kum" in Sao Leopoldo
2. im Indianerdorf der Kaingang in Irai
3. beim Bau einer Mehrzweckhalle im Jugendzentrum in Santa Cruz do Sul.

Hierzu einige Informationen:
wenn ich daran denke, wie dürftig und armselig v o r Ihrer Hilfe im Kinderzentrum "Talitha Kum" in Sao Leopoldo gearbeitet werden musste, schätze ich diese Investition umso mehr, da ich die Arbeit in IHREM Gebäude gesehen und beurteilen konnte. In dem von Ihrer Organisation erstellten Gebäude wird gute Arbeit geleistet. Schon morgens ab 7.30 Uhr beginnt das Leben in den praktisch eingerichteten, hellen Räumen. Momentan werden 173 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 - 17 Jahren im Kinderzentrum betreut. Das Mittagessen muß in 4 Gruppen eingenommen werden. Aber da helfen die verschiedenen Schulschlusszeiten, um alle Kinder in der Mittagszeit zufrieden zu stellen. Die Kinder machen alle einen sehr glücklichen und gesunden Eindruck. Was mich freut ist auch die Tatsache, daß insgesamt 23 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer Tag für Tag im Kinderzentrum mitarbeiten. Gerne stelle ich Ihnen einige Fotos zur Verfügung.

Schöne Begegnungen wurden uns auch im Indianerdorf der Kaingang in Irai geschenkt. Hätten Sie, lb. Herr Dr. Winter es durch Ihre Organisation nicht möglich gemacht, hier ein Haus für bedürftige Kinder zu bauen - was wäre aus den Kindern einzelner Indio-Familien geworden? Ich kann es mir nicht ausmalen! Als wir im Jahre 2002 die Sorge für diese Menschen übernahmen, waren 35 Kleinkinder am Verhungern. Seit wir dort im Dorf täglich für ganz bedürftige Kinder und Jugendliche sorgen, ist kein Kind mehr vor Hunger gestorben. Das ist doch eine wunderbare Bilanz, nicht wahr? Insgesamt erhalten momentan 60 Indianerkinder eine Grundversorgung. Ich mußte lachen, als ich erlebte, wie die Kinder nach dem Schulunterricht in der eigenen Dorfschule zum Mittagessen zu uns kamen. Es waren der Zahl nach nicht "nur" 60 Kinder, sondern sicher 80 und mehr. Wer Hunger hat und daheim nichts bekommen kann, kommt einfach mit ins Kinderzentrum. Und wer würde es übers Herz bringen, die Kinder weg zu schicken? Wir hatten ein Gespräch mit dem Häuptling und seinem Rat. Mit so viel Ehrfurcht dankten sie allen Menschen in Deutschland, die ihnen helfen. Das von Ihrer Organisation gebaute Zentrum ist ein Mittelpunkt im Indianerdorf. Ein internationales Zeichen der wahren Liebe, wie uns die Indianer sagten!

Sehr interessiert hat mich natürlich der Baufortschritt der Mehrzweckhalle in Santa Cruz do Sul, die z.Z. ebenfalls durch die großartige und wohlwollende finanzielle Unterstützung des Hilfsfonds der Deutschen Zahnärzte unter Ihrer Verantwortung, lb. Herr Dr. Winter, gebaut wird. Der Rohbau war im Monat Mai fast fertig gestellt. Es ist ein gut gelungener Zweckbau, der für die physische und psychische Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eine bedeutsame Rolle spielen wird.

In allen 3 genannten Projekten wurde Ihre Spenderplakette angebracht. So wird Ihre Hilfe und Ihr Wohlwollen auch optisch immer und jederzeit lebendig sein und bleiben.

Ich denke, daß wir mit vereinten Kräften vieles für die Armen in Brasilien tun können. Vergelt's Gott für Ihre grossartige und für uns wichtige Hilfe und Unterstützung.
Sehr geehrter, lb. Herr Dr. Winter, alles das, was wir durch unser Engagement, unser Interesse und unsere aktive Unterstützung für die Armen besonders in der 3. Welt tun, wird auch uns selbst beschenken. Nur Gott allein weiß, wie viel Mühe, wie viel Zeit, oft auch wie viele Enttäuschungen wir an der Basis einstecken müssen. Aber letztendlich ist und bleibt es eine Tatsache, dass wir gemeinsam ein LICHT im Lebensdunkel der Armen sein dürfen.

Gott vergelte es Ihnen hundert - und tausendfach, was Sie und Ihre Hilfsorganisation der Deutschen Zahnärzte durch Ihre umfassenden Hilfsmassnahmen für eine bessere Welt tun!

In Dankbarkeit

Ihre Schwester M. Aurelia per eMail"


 
 

 

Im April 2007 erreichte uns von Pater Cyzo Assis Lima.fpm Generaloberer folgender Bericht mit Bildern:

Lieber Herr Dr. Winter, pax et lux!

Mit unseren besten Wünschen auf Ihr Wohlbefinden im Kreis Ihrer Familienangehörigen, auch innerhalb Ihres Vereins der Deutschen Zahnärzte, der sich für Solidaritätswerke einsetzt, lasse ich Ihnen heute einige Informationen zukommen. Am kommenden Mai macht es zwei Jahre, seit dem unvergesslichen Besuch der lieben Schwester Aurélia Illy zu unserer Mission. Bei dieser Gelegenheit durften wir eine Vor-Einweihung der Mehrzweckhalle des hl. Karl Borromäus feiern. Diese hat an erster Stelle das Ziel, mehr als 200 Kindern und Jugendlichen einen Raum zu ihren sportlichen und kulturellen Tätigkeiten zu bieten. Im Jahr 2006 waren wir infolge verschiedener inneren Situationen innerhalb unserer Mission mit dem Gebrauch der Halle nicht zufrieden .....weiter siehe:

Erweiterungsbau für das Kinderzentrum Talitha Kum (Brasilien)

 


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