
UNIVERSITY OF HEALTH
SCIENCES
FACULTY OF MEDICINE
PHNOM PENH, KAMBODSCHA
- Neubau einer dermatologischen Abteilung in 2006/2008

Diaschau von der Einweihungsfeier im Februar 2008
(in einem neuen Fenster)
Fortsetzung des Projektes nach 2010
Voraussetzungen:
Die Gesundheitsindikatoren in
Kambodscha zählen zu den schlechtesten in Asien. Beispielhaft seien hohe
Mütter-, Säuglings- und Kindersterblichkeit, verbreitete Mangel- und
Unterernährung, hohe Morbidität und Mortalität an Infektionskrankheiten wie HIV,
Malaria, Tuberkulose und Dengue-Fieber sowie unzureichender Zugang zu sauberem
Trinkwasser genannt. Hinzu kommt, dass Aufwendungen der privaten Haushalte
durch Zahlungen an private und staatliche Gesundheitsdienstleister sowie
Verdienstausfall durch Krankheit eine der Hauptursachen von Armut und Verarmung,
besonders im ländlichen Bereich, sind. Gut ein Drittel aller Betroffenen
beziehen daher - ohne jegliche ärztliche Konsultation - Medikamente direkt über
nicht oder unzureichend qualifizierte Gewerbetreibende, mehr als 10% werden im
Krankheitsfall gar nicht erst aktiv. Die abzudeckenden hohen Kosten auch bei
weniger gravierenden Erkrankungen führen nicht selten zu Verlust von Land, Vieh,
Immobilien und damit weiterer Verarmung. Dies hat Unter- und Mangelernährung zur
Folge, was wiederum ein erhöhtes Erkrankungsrisiko mit den beschriebenen Folgen
bedeutet. Der resultieren-de schlechte Gesundheitszustand großer Teile der
Bevölkerung ist ein limitierender Faktor für die wirtschaftliche und
intellektuelle Entwicklung des Landes.
Situation Dermato-Venerologie:
Die Dermato-Venerologie gehört zu jenen Fächern, in welchen deutlicher
Verbesserungsbedarf besteht. Noch im Jahre 2005 standen ein qualifizierter
Hautarzt und sechs Absolventen eines in Bangkok (Thailand) abgehaltenen
10monatigen fachspezifischen Kurses vor der Aufgabe, 13.5 Mio. Einwohner
dermatologisch zu betreuen - zum Vergleich: Deutschland verfügt über etwa 40
Hautärzte auf eine Mio. Einwohner. Eine kompetente Dermatohistopathologie stand
nicht zur Verfügung. Alle genannten Ärzte waren in der Hauptstadt Phnom Penh
tätig, der Rest des Landes und somit 80% der Bevölkerung waren von einer
qualifizierten Versorgung praktisch abgeschnitten. Dabei ist der Bedarf
außerordentlich hoch: Wie mehrere in Entwicklungsländern durchgeführte Studien
belegen, klagen bis zu 30% aller Patienten, die ärztliche Hilfe aufsuchen, über
Beschwerden, die dem Bereich der Dermato-Venerologie zuzuordnen sind.
Langjährige praktische Erfahrungen in Kambodscha bestätigen den Befund. Der
Neubau einer zeitgemäßen Abteilung für medizinische und Unterrichtszwecke
erschien daher zwingend. In Zusammenarbeit mit den relevanten kambodschanischen
Behörden und finanziert von der Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) und
CIM konnte in 16monatiger Bauzeit eine eigene Abteilung für Haut- und
Geschlechtskrankheiten im zentrumsnah gelegenen Preah Kossamak-Hospital in Phnom
Penh errichtet werden. Das zweigeschossige Gebäude wurde im Februar 2008 im
Beisein u.a. des Gesundheitsministers und des Deutschen Botschafters der
Öffentlichkeit übergeben. Ausgestattet mit modernem und adäquatem diagnostischem
und therapeutischem Instrumentarium, einer kleinen Abteilung für stationäre
Patienten, Einrichtungen für Teledermatologie und -pathologie sowie
Unterrichtsräumen für Studenten soll hier ein nationales Exzellenz- und
Referenzzentrum für Dermato-Venerologie entstehen. Die Leitung der Abteilung
obliegt Dr Mey Sithach, dem bislang einzigen voll qualifizierten (in Münster in
den Jahren 1998-2003 ausgebildeten) kambodschanischen Hautarzt.
Fertigstellung:
Die Klinik wurde im April 2007
bautechnisch fertig gestellt und im Februar 2008 unter Teilnahme wichtiger
Persönlichkeiten Kambodschas und Deutschlands feierlich eingeweiht (
Diaschau von
der Einweihungsfeier im Februar 2008). Der Deutsche Botschafter in
Kambodscha Frank M. Mann würdigte das umfangreiche Engagement der Deutschen
Zahnärzte in Kambodscha nachdrücklich (
Ansprache (in engl.), es gilt das gespr. Wort). Der ebenfalls persönlich
anwesende Gesundheitsminister der demokratischen konstitutionellen Monarchie
Kambodscha, Dr. Nuth Sokhom, sieht in der Errichtung der ersten allgemein
zugänglichen Klinik einen weiteren Meilenstein in dem schwierigen Aufbau des
Gesundheitswesens seines Landes. Für die Bemühung hierfür und auch für die
zahlreichen anderen realisierten Projekte in Kambodscha (
bisherige finanzielle Aufwendungen in Kambodscha) verlieh er u.a. an dem
Vorsteher des HDZ, Dr. Klaus Winter und dem Referenten für
Öffentlichkeitsarbeit, Dr. Klaus de Cassan, den Aufbauorden seines Landes in
Gold.
Fortsetzung des Projektes nach 2010
Die Realisierung des Projektes
in Bildern:
siehe auch:
Diaschau von der Einweihungsfeier im Februar 2008
(in einem neuen Fenster)
Diaschau von der 10-Jahres-Feier der
zahnmedizinischen Fakultät im Februar 2008
(in einem neuen Fenster)
bisherige finanzielle Aufwendungen in Kambodscha
Project zur Unterstützung der institutionellen Entwicklung
von staatlichen Gesundheitseinrichtungen