
Projekte in
Indien
Am 01.04.01 hat der
Vorsitzender des HDZ Dr. Klaus Winter mit seiner Frau zusammen mit dem
ehemaligen Oberarzt der Diabetesklinik in Bad Lauterberg, Dr.Madhucar
Talaulicar und seiner Frau, ein
Altenheim in Goa (Indien), ein "Lazarus Haus" , eingeweiht (
Projektreise Frühjahr 2004). Auf
Initiative von Dr. Talaulicar, dessen alte Heimat Goa ist, hat der
Lions-Club Südharz, dem beide Ärzte angehören, seit Jahren
Unterhaltskosten für arme Heimbewohner zur Verfügung gestellt. Die große
Nachfrage nach Neuaufnahmen unter den Armen der Ärmsten hat die
Erweiterung des Altenheims dringend notwendig gemacht. DM 157.000 wurden
in den letzten zwei Jahren vom HDZ bis zur Fertigstellung verbaut, um 34
neuen Heimbewohnern einen würdigen Lebensabend zu bieten.
Indien ist ein Subkontinent, der von der Vielfalt der Kulturen und
Sprachen geprägt ist.
Es dürfte kaum eine andere Region dieser Erde geben, wo auf relativ
engem Raum ein solches Übermaß an Verschiedenheit und gleichzeitig eine
so überraschende Einheit feststellbar ist. Das zeigt sich allein schon
bei der Sprachenvielfalt: Neben Englisch und Hindi sind 17 andere
Amtssprachen zugelassen, hinzu kommen aber noch viele kleinere
Stammessprachen, die voneinander sehr verschieden sind. Dabei müssen
nicht nur die Unterschiede in Kultur, Sprache und Mentalität
berücksichtigt und akzeptiert werden, sondern auch die riesigen
Entfernungen, die besonders in Indien ein besonderes organisatorisches
Problem darstellen. Indien ist 3 112 mal so groß wie Deutschland und hat
nach neuestem Ergebnis der Volkszählung vom Februar 2001 über 1
Milliarde Menschen (= ein Sechstel der Weltbev.). Indien trägt trotz
seiner riesigen Großstädte einen ländlichen Charakter. Die unaufhörliche
Landflucht lässt die Städte aufquellen. Von den 17 Millionen Einwohnern
von Bombay (Mumbai) leben ca. 30-40% in Slums. In diesen Slums versuchen
die Menschen so gut es geht, ihre dörfliche Lebensweise zu erhalten. Die
Sprachenvielfalt und die starke Ausprägung von Stammes- und
Kastenzugehörigkeiten behindern eine fruchtbare Synthese. Die
Armutsgrenze liegt in Indien durchschnittlich bei 53%. Die
Arbeitslosenquote ist dementsprechend hoch. Ausgaben zur Bekämpfung
äußerer und auch innerer Spannungen belasten den indischen
Staatshaushalt. Dies bewirkt, dass im Sozialbereich und somit
Gesundheitswesen gespart wird, damit u.a. für die Rüstung die
notwendigen Mittel zur Verfügung stehen. Nicht nur der Streit mit
Pakistan um Kaschmir, sondern auch Unabhängigkeitsbestrebungen in
nordöstlichen Bundesstaaten tragen zur Erhöhung der Militärausgaben bei.
Das HDZ hat schon mehrere Großprojekte mit Hilfe der Salesianer in
Indien verwirklicht. z. B. Ein Hausbauprojekt Kolar Goldfields, in der
Nähe von Bangelore (240.000 DM), Medizinische Ausrüstung für ein
Krankenhaus in Veeralur, Südindien von DM 20.000; die Errichtung von
über 100 Lepra-Häusern in Arunachalnagar und in Balarampuram - beide
Projekte liegen in der Nähe von Madras - mit über DM 500.000 und ein
Waisenhaus in Trichy gefördert insgesamt mit DM 60.000.
Derzeit wird eine
Primärschule und ein Kinderheim im Leprazentrum Beatitudes in Madras
gebaut von fast DM 270.000.
Weitere Projekte lagen mir in diesen Wochen zur Genehmigung vor: Ein
Behindertenzentrum in Mangalagiri in Südindien, die Ausstattung eines
Jugendzentrums mit medizinischer Versorgung in Khonsa, Nordostindien,
ein Wohnheim in Maram - alle zusammen ein Volumen von DM 410.000.
Somit sind und werden vom HDZ insgesamt für knapp DM 1 ,5 Mio
Salesianer- Projekte in Indien gefördert worden.
Neu sind
38 Häuser für Leprakranke in Thiruvallur
Verbunden wurde unsere fast 7.000 km entfernte Reise im April d.J. mit
dem Besuch eines weiteren Projekts, nämlich ein Lazarus-Projekt.
Eine Flugstunde von Goa entfernt liegt die 17 Millionen-Metropole Mumbai
(Bombay).
Hier unterstützt das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und
Notgebiete seit zwei Jahren mit DM 100.000 ein
Lepra-Prophylaxe-Programm, das unsere Consoeur Drs.L.
Pannenborg Stutterheim, Niederland, anlässlich der
Investiturfeierlichkeiten im Mai 1999 über den Editor Prof. Peter Schulz
an das Hilfswerk Deutscher Zahnärzte herantragen ließ. Das
Bombay Leprosy
Project (BLP) hat zum Ziel, den Beschluss vom Internationalen
Lepra-Kongress, der im Sept.1998 in Peking stattfand, umzusetzen:
Eine Welt ohne Lepra.
Ein staatliches Projekt der indischen Regierung versucht seitdem
medikamentös die Leprakranken zu heilen. Die Nerven-Schäden im Bereich
der Augen, Hände und Füße bleiben jedoch häufig erhalten. Das BLP will
durch ein eigenes Programm diese Krankheitsbilder zunächst erfassen und
dann therapieren. Dazu wird medizinisches Hilfspersonal ausgebildet, das
die Nervenschädigungen diagnostiziert und mit Steroiden nach
Empfehlungen der WHO behandelt, die Compliance durch häufige Hausbesuche
garantiert, Untersuchungs- und Behandlungspläne für Leprafälle mit
frisch nachgewiesener Invalidität erstellt, die Möglichkeit der
chirurgischen Behandlung bei Nichtansprechen auf Steroide festlegt und
die häusliche Pflege bei invaliden Lepra-Patienten organisiert.
Da die Projektergebnisse in den Slums von Bombay in den letzten Jahren
sehr positiv waren, sollen mit Hilfe des HDZ auch die ländlichen Gebiete
um Bombay in die Lepratherapie und -prophylaxe einbezogen werden. Eine
Finanzierungszusage für weitere zwei Jahre wurde während des Besuchs vom
Leprosier mit den dortigen Verantwortlichen vereinbart. Auch hat das HDZ
in diesen Tagen mit ca. DM 100.000 die Finanzierung der hierfür dringend
benötigten Büroräume übernommen. Unser großes Vertrauen genießt der
Gründer dieses Projekts und Arzt Dr.Ganapati und sein Team, der uns
während unseres Aufenthaltes begleitete.
Weiter wurde im Jahr 2001 in Madras ein Obdachheim ("Shelter Home") für Kinder von Leprakranken und Bettlern eingeweiht. Mehr dazu durch Anklicken dieses Textes.
In 2004 wurde mit dem Bau eines College-Wohnheims in Itanagar (Nordostindien) begonnen. Mehr dazu durch Anklicken dieses Textes.