
St. Josephs
Missionskrankenhaus, Nyabondo (Kenia, 2000)
Die Thüringer "Arzt- und
Zahnarzthilfe Kenya e.V." bat uns in 2000 um Weiterleitung einer
umfangreichen Materialspende mit größeren Mengen Zahngarnituren, im Wert
vo zus. ca. 10.000 €.
Lesen Sie nachfolgend einen Auszug aus dem Reisebericht von Dr. Ulrich
Happ (Hamburg):
"Das kann es
doch nicht nur sein:
Für einen zahnärztlichen Hilfseinsatz nach Afrika fliegen, einen
Kollegen (bzw. -in) ablösen, Reihenuntersuchungen durchführen, Kavitäten
an Zähnen zählen und füllen, gegebenenfalls Zähne extrahieren, etwas
über das Zähneputzen erzählen und Zahnbürsten als Geschenk aus der
großen weiten Welt verteilen. Das ist der Anfang der Hilfe zur
Selbsthilfe, der die Basis jedes Einsatzes in der Dritten Welt sein
muss. Bei dem Nyabondo-Projekt der Thüringer Arzt- und Zahnarzthilfe
Kenya e. V., das im November 2000 in den "zm"
vorgestellt wurde, glaube ich, mir einen alten Wunsch erfüllen zu können
und meine langjährigen Erfahrungen in der zahnärztlichen Praxis, in der
Lehre (Berufschule, Universität u.a.) sowie in der Kenianischen
Mentalität bei einem Hilfseinsatz zu verbinden.....
Der Andrang war anfangs nicht so groß, da uns noch Ruhe gegönnt werden
sollte - die Kenianer aber auch wissen wollten, was da nun für Behandler
angereist sind. So konnten wir uns einer kreativen Arbeit zuwenden und
das vor einigen Monaten angekommene zahntechnische Feldlabor aus alten
Bundeswehrbeständen aufbauen und nach etwas Improvisation in Betrieb
nehmen. Diese Installation brachte uns viel Anerkennung und schnell war
der erste Patient gefunden, der sich einfachen herausnehmbaren
Zahnersatz für den linken mittleren Schneidezahn anfertigen ließ. Stolz
lief er anschließend mit breitem Lächeln durch die Klinik und erzeugte
bei den Kenianern große Verwunderung, dass er damit reden und essen
konnte. Folge war eine größere Nachfrage nach Zahnersatz und die
Notwendigkeit, einen "Techniker" auszubilden. Dominik war stark
motiviert, sehr lernbegierig und hatte große Ausdauer bei seinen Übungen
sowie Aufmerksamkeit bei unseren Instruktionen, bei denen wir uns
optimal ergänzten: z.B. konnte Ann-Katrin gut erklären, wie man Klammern
plant und biegt, ich konnte die rationelle Verarbeitung von
Kaltpolymerisat zeigen. Zur Erinnerung an unseren Unterrichtsstoff
wurden von Ann-Katrin zwei Poster für die Laborwand gemalt, da wir für
diese unerwartete Schulung kein Material mitgebracht hatten.....