Erweiterung des
Straßenkinderdorfes Don Bosco Tuloy
Manila - Philippinen

http://www.tuloy.org/
Die Anzahl der Straßenkinder auf den Philippinen insgesamt beläuft sich auf ca. 1,5 Mio. In Muntinlupa City, einem Stadtbezirk von Manila mit 380.000 Einwohnern, sollen allein 75.000 Kinder auf der Straße leben, die sich mit Betteln, Müllsammeln und kleinen Gelegenheitsjobs durchschlagen müssen.
Inspektionsreise,
Herbst 2009 auf die Philippinen
Diaschau von einer Inspektionsreise im September 2009
Diaschau von einer Besuchsreise im Februar 2008
Wohnen im Straßenkinderdorf:
Das Tuloy Straßenkinderdorf wurde 1993 als Kriseninterventionszentrum für
vernachlässigte Kinder aus den Slums von Manila gegründet. 560 Kinder werden
hier insgesamt betreut, 270 von ihnen leben im Dorf. In Gruppen von etwa 30
Kindern wohnen sie in 8 Häusern (jedes 420 qm). Die Betreuung umfasst:
Versorgung mit Nahrung und Kleidung, Unterbringung, Gesundheitsfürsorge,
psycho-soziale Betreuung, Spiel- und Sportangebote sowie spirituelle
Begleitung. Jedes Wohnheim funktioniert eigenständig - betreut von je einer
Hausmutter, einem Sozialarbeiter und einem Volontär - und gibt damit den
Kindern einen familiären Rahmen. Die "internen" Kinder sollen auch weiterhin
in ihrem Wohnheim gemeinsam essen, diejenigen, die nur tagsüber ins Zentrum
kommen, können die Mahlzeiten dann im neuen Mehrzweckraum einnehmen.
Schulische Bildung und Ausbildung:
Auf dem Gelände befinden sich eine Primar- und eine Sekundarschule, die 267
Schüler besuchen. 167 Jugendliche absolvieren in der staatlich anerkannten
Berufsschule eine non-formale Ausbildung in 5 technischen Berufen:
Automechanik, Kühl- und Klimatechnik, Elektrik und Elektronik,
Computertechnologie sowie Kurzkurse im Backhandwerk. Das Programm wird
ergänzt durch die Vermittlung von Praktika und die Hilfe bei der
Arbeitsplatzsuche für die Absolventen. Ein regelmäßiger Ehemaligen-Treff
schafft ein Netzwerk von Kontakten. Die Ausbildungsgänge sollen nun um die
Sparte "Gastgewerbe" ergänzt werden, um insbesondere mehr Mädchen in das
Programm zu integrieren.
Zielgruppe:
Von der zentralen
Essenszubereitung in der geplanten Küche profitieren 560 Schüler - interne
und externe - des Tuloy Straßenkinderdorfes;
Das Ausbildungsprogramm als Kellner/Serviererin oder Koch/Köchin werden 60
Mädchen und Jungen pro Jahr absolvieren (17 bis 19 Jahre alt) und dient der
Reintegration der Straßenkinder in die Gesellschaft;
Der Restaurantservice für die Mitarbeiter ansässiger Unternehmen dient der
Einkommensicherung des Tuloy Straßenkinderzentrums und kommt somit wiederum
den neuen Auszubildenden zugute.
Ziel des Projektes:
Der vom HDZ in 2007/2008
unterstütze Erweiterungsbau bezieht sich in der Hauptsache auf die
gebäudliche Einrichtung einer Großküche verbunden mit einem gastronomischen
Lehrbetrieb.
Durch die zentrale
Essenszubereitung können sämtliche Schüler und Auszubildenden des Tuloy
Straßenkinderzentrums versorgt werden. Auch diejenigen, die außerhalb des
Zentrums wohnen, erhalten ihre Mahlzeiten hier und laufen weniger Gefahr, dass
sie auf Grund schlechter Versorgung und unzureichender Ernährung in ihre
alten Gewohnheiten zurückfallen und die Ausbildung abbrechen. Gleichzeitig
erreicht man durch die Zentralisierung eine Kostenreduktion.
Küche, Cafeteria und Gasträume werden als Ausbildungsstätte genutzt und
Ausbildungsplätze für Kellner/Service, Küchenpersonal und Köche geschaffen.
Die Ausbildung umfasst die Bereiche Essens- und Getränkezubereitung,
Service, Menuplanung, Einkauf, Lagerhaltung. Auf dem lokalen Arbeitsmarkt
ist eine deutlich gestiegene Nachfrage im Restaurantservicebereich zu
verzeichnen und die ehemaligen Straßenkinder/Absolventen haben gute
Jobperspektiven.
Das umfassende Restaurant- und Serviceangebot des Zentrums für ansässige
Unternehmen, die die Räumlichkeiten auch für Veranstaltungen oder Feiern
nutzen können, dient der Einkommensgenerierung um eine nachhaltige
Selbständigkeit des Zentrums zu erreichen. Nicht zuletzt kann das gewonnene
Renommee wiederum für Werbezwecke genutzt und die Tuloy-Programme zwecks
Sponsoring oder Kooperationen bei den Unternehmen bekannt gemacht werden.
Sonstiges:
Die Fluktuation im Straßenkinderdorf beträgt nur 5 %, d.h. 95 % der Kinder
und Jugendlichen bleiben während der Gesamtdauer ihrer Ausbildung in der
Einrichtung. Es gibt eine dreimonatige Eingewöhnungsphase (pre-entry-phase),
um die Kinder an den strukturierten Ablauf zu gewöhnen. Nach Abschluss der
Ausbildung vereinfachen Außenwohngruppen den Übergang ins selbständige Leben
(pre-departure-programme).
Das Don Bosco Straßenkinderdorf Tuloy wurde auf den Philippinen schon mehrfach als herausragendes Entwicklungsprogramm ausgezeichnet. Auch seitens des Generaloberen der Salesianer Don Boscos Don Pascal Chavez wird das Tuloy Straßenkinderprogramm in Manila als Referenzprojekt genannt, das ganz besonders an Don Bosco erinnere. Der Projektverantwortliche, P. Marciano Evangelista, war von 1970 bis 1991 Administrator in diversen salesianischen Berufsschulen. Als Mitglied des philippinischen Schul- und Universitätsausschusses wirkte er lange Jahre mit an der Entwicklung von Schul- und Ausbildungscurricula. Von 1997 bis 1999 war er Direktor im Nationalrat für soziale Entwicklung.
Zeitplan:
Der Baubeginn erfolgte im April 2007, bevor die Regenzeit einsetzte; man rechnete mit ca. 2 Jahren für die Fertigstellung. Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise 2008 und der damit immens gestiegenen Baustoffpreise wird die Fertigstellung voraussichtlich Anfang 2010 erfolgen.